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Substage hat Nachwuchs

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Das Karlsruher Substage hat doppelten Grund zum Feiern. Der auf sämtliche Rockfacetten spezialisierte Club freut sich auf die neue Saison und über das Ende einer achtjährigen Bauphase, die mit dem Umzug 2010 vom Ettlinger Tor auf das Gelände des Alten Schlachthofs nur einen vorläufigen Abschluss gefunden hatte. Gefeiert wird mit einem eintägigen Festival auf drei Bühnen, bei dem das Substage besonders seinen Nachwuchs ans Ruder lässt. 
 
Neuer Club und Gastronomie im OG 
 
Mit viel Eigenleistung und überwiegend selbst erwirtschafteten Mitteln haben die Substagler um Geschäftsführer Gérald Rouvinez und den Vereinsvorsitzenden Andy Schorpp neben zusätzlichen Büro-, Backstage- und Seminarräumen einen gut 200 Menschen fassenden Clubraum im Obergeschoss der früheren Schlachthofkantine geschaffen. Er wird von Mittwoch bis Samstag ab 17 Uhr geöffnet, bietet täglich warmes Essen an und ist - wenn der große Saal nicht bespielt wird - vor allem ein Forum für regionale Helden. „Natürlich hat die große Halle weiterhin Vorrang, denn sie sichert uns die wirtschaftliche Existenz“, sagt Schorpp, dessen Herzensprojekt der neue Club ist, „doch die lokalen Bands haben oben ein passenderes Ambiente.“ Familiäres Flair wie im alten Substage in der einstigen Fußgängerunterführung wünscht sich Rouvinez vom neuen Club. Immerhin erinnert die relativ niedrige Decke über der Bühne an den unfreiwillig aufgegebenen Spielort, doch statt mit muffliger Kelleratmosphäre punktet der Club nun durch seine Lage über den Dächern des Alten Schlachthofs. Mit seinem aussichtsreichen Biergarten ist er ein kleines Juwel auf dem Gelände.  
 
Frisches Festivalformat 
 
Mit dem Motto „Laut und Leise!“ feiert das Substage in die neue Saison rein, und das kleine, feine Festival markiert den Beginn einer wesentliche Veränderung, die die kommenden Jahre prägen wird. Der Club existiert seit einem Vierteljahrhundert, und die Kräfte der ersten Stunde kommen allmählich in die Jahre, der Generationenwechsel ist unvermeidlich.  
Für das Festival haben die alten Hasen dem Nachwuchs das Feld überlassen, und der hat ein betont junges und frisches Programm zusammengestellt. „Es war uns wichtig, nicht mit einem großen Headliner zu locken, sondern mit unbekannten, aber sehr guten Gruppen, die uns begeistern“, sagt Substage-Nachwuchs-Booker Matthias Hefner. Gemeinsam mit seiner Kollegin Nova Günther hat er neun Bands eingeladen. „Wir sind beide ständig unterwegs und bekommen mit, welche Bands gerade aufsteigen und spannend sind“, ergänzt Nova, die etwa die folk-poppigen Münchner Young Chinese Dogs beim Hamburger Reeperbahn Festival entdeckte. Auf das Berliner Duo Milliarden und die Hamburger Abramovicz freut sich Hefner, „weil es da ein bisschen rauer und dreckiger wird“. Natürlich dürfen bei einem Substage-Festival die lokalen Bands nicht fehlen, „denn die Förderung des lokalen Nachwuchses ist für uns schon per Satzung zwingend und wir betreiben sie gerne und mit viel Idealismus“, so Hefner. Mit Grizzly, Seatime und Juniique finden sich drei Bands im Line Up, die in den vergangenen Monaten besonders eindrucksvoll auf sich aufmerksam machten und mit "Run Liberty Run" kam kurzfristig noch eine Karlsruher Band ins Programm, deren Debut-Album vor wenigen Wochen erschien und die sich mit Alternative-Rock, hervorragendem Gesang, exzellenter Rythmusarbeit, teils gitarren- teils synthiegeprägter Sound und eingängiger und hitverdächtiger Melodieführung für den Einzug in den Pop-Rock-Olymp bewerben (siehe CD-Besprechung in der Rubrik "Musik".  
 
 
Mit Spaß dabei 
 
Auch wenn die Mittdreißiger Hefner und Günther als Musiker, Booker, Tourbegleiter, Veranstaltungsorganisatoren oder Labelgründer schon weit über zehn Jahre im Musikbusiness aktiv sind, stört es sie keineswegs, in der Substage-Mannschaft zum Nachwuchs zu zählen. „Ich kann mir Schlechteres vorstellen“, schmunzelt Günther, die wie ihr Kollege über die Thekenmannschaft ins Substageteam kam und heute vor allem Veranstaltungen durchführt. „Der erste, der kommt, und der letzte, der geht“, so beschreibt Hefner die Aufgabe als Ansprechpartner für alle Beteiligten und Gesamtverantwortlicher des Abends. „Auch wenn das Grundgerüst einer Veranstaltung immer ähnlich ist, weiß man nie, wie der Tag verläuft. Erst wenn die Band da ist, entscheidet sich, ob es etwas angespannt oder freundschaftlich wird. Auch das Publikum kann man zwar grob einschätzen, aber was wirklich auf einen zukommt, weiß man erst hinterher. Im Grunde ist es immer dasselbe, aber in so vielen Variationen, dass es immer spannend bleibt“, sagt Hefner, der das Verhandeln und Feilschen mit den Agenturen und Suchen nach neuen, interessanten Bands einbezieht: „Speziell hier im Substage, wo jeder wirklich alles macht, hat man am Abend mit allen Bereichen zu tun, von der Einteilung der Security über das Catering und die Technik bis zur Abrechnung.“ Auch die Veranstaltungskauffrau Günther schätzt an ihrem Beruf die Vielfalt, die es nie langweilig werden lässt: „Man hat es mit so unfassbar vielen und unterschiedlichen Menschen zu tun und kann sich in der Arbeit kreativ entfalten. Wir bekommen unglaublich viel Verantwortung übertragen und genießen das Vertrauen, uns auszuprobieren, ohne dass wir alleine gelassen würden. Ich finde es wichtig, morgens aufzustehen und mich über meinen Job zu freuen.“ Dieser Spaß ist ein Pfund, mit dem das Substage wuchern kann: Es gibt viel Lob von Künstlern und Tourbegleitern, was manchmal vielleicht auch eine Agentur dazu bewegt, den Süddeutschlandtermin einer angesagten Band statt nach Stuttgart oder Mannheim nach Karlsruhe zu vergeben. „Man merkt, dass wir unseren Job lieben“, sagt Nova Günther, und Matthias Hefner, der selbst als Posaunist mit den Trompetenpunks Yakuzi auf der Bühne steht, pflichtet ihr bei: „Als Musiker kenne ich viele Clubs, die auch gut organisiert sind, wo man aber den Menschen anmerkt, dass sie vielleicht gerade heute keine Lust haben.“ 
 
> Laut und Leise! Festival, Sa 17. September 2016, 18 Uhr, mit Milliarden, Abramowicz, Younge Chinese Dogs, Lanterns On The Lake, Grizzly, Seatime und Juniique, Run Liberty Run im Substage, im Club und auf der Open Air Bühne vor dem Substage. Der Eintritt für die Open Air Bühne ist frei, Eintritt ins Substage 17 Euro, ab 23 Uhr Lautstark-Party 
 
 
 
 
 

Substage

Alter Schlachthof 19
76131 Karlsruhe
0721 / 377274 
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