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Krieg und Bier

 
Darf man Krieg und Bier überhaupt in einem Satz nennen, ohne zynisch zu sein? Aber es geht um die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf unser alltägliches Leben, die natürlich kein Vergleich zu den Morden, Zerstörungen und Vertreibungen in der Ukraine sind.  
Wie erschreckend eng alles miteinander verflochten ist, zeigt nicht nur der Mangel an Sonnenblumenöl. Steigende Energiekosten machen sich in jedem Geldbeutel bemerkbar. Es gibt keinen Bereich in der Wirtschaft, der davon nicht betroffen wird. Die Papierpreise sind ebenfalls gestiegen und somit auch die Druckkosten der Klappe auf. Diese Preiserhöhung wurde von unserem Büro-Autokraten noch stillschweigend geschluckt, als aber dann die Bierpreise stiegen, wurde auch ihm der Ernst der Lage schmerzlich bewusst und er war den Tränen nahe.  
 
Erschreckend aber ist nach wie vor, wie ehemalige Friedensbewegte und Rüstungsgegner jetzt Waffenlieferungen an die Ukrainer fordern. Leopard-Panzer sollen helfen, den Frieden herbeizuschießen und - das die Logik eines grünen Europapolitikers - einen dritten Weltkrieg verhindern. Wie bitte? Was ist, wenn Putin dann den Knopf drückt? Egal, wenn Präsident Selenskyj fordert, dann muss man liefern. 
Bevor Präsident Selenskyj heilig gesprochen wird, sollte man doch ein paar Dinge nicht vergessen: 
Beispielsweise den Hinweis der Bundeszentrale für politische Bildung 2021 auf die sogenannten Pandora-Papers, in denen auf unbekannte Offshore-Geschäfte des "Kwartal-95"-Netzwerkes um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij hingewiesen wurde. So sollen vor der Verstaatlichung auch - steuerfrei - 41 Mio. Dollar von der "PrivatBank" auf das Konto von Selenskijs Produktionsfirma "Kwartal 95" überwiesen worden sein. 
 
„Ukraine:Korrupt wie eh und je“ war 2021 die Überschrift eines Kommentars in der Süddeutschen Zeitung. Zitat: „Selenskij führt das postsowjetische Herrschaftssystem fort und akzeptiert Korruption und Rechtlosigkeit im Austausch dafür, dass er und sein Apparat weitgehend die Kontrolle behalten.“ 
Das ist nun alles Schnee von gestern: Nun verspricht EU-Kommissionschefin von der Leyen der Ukraine eine beschleunigte Entscheidung über die Aufnahme in die EU und soll schon im Juni den Status eines Beitrittskandidaten erhalten. Schließlich vertreten sie ja auch unsere Werte. 
 
Der Weg zum Krieg gegen Russland ist ein sehr kurzer. 
Ein Hinweis für einige Schnellempörer: Das eine ist die Kritik an der Politikerkaste der Ukraine - das andere die Verurteilung des Krieges, dieses grausames Verbrechen, das unbeschreibliches Elend verursacht. Wir alle sollten helfen, wo es geht, aber mit Waffengewalt ist sehr selten eine Region befriedet worden. Vor allem: es gibt keine Gewinner. 
 
Trotz der täglichen, erschreckenden Nachrichten muss jetzt keiner ein schlechtes Gewissen haben oder sich mangelndes Mitgefühl vorwerfen lassen, wenn er die Vielfalt der Veranstaltungen zu genießen weiß. Auch die Seele darf sich erholen und sich an etwas erfreuen. - ajgiovanni 
 
Das Bild ist ein Ausschnitt - er vollständige Cartoon von Herbie Erb siehe:klappeauf.de