Archiv Ausgabe Februar 2006 Musik Querbeet

Souad Massi - "Mesk Elil"

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> Mi 08. Feb., Kulturzentrum Tollhaus Karlsruhe, 
Schlachthausstraße 1, 20.30 Uhr

Zwei Alben reichten aus, um die hübsche Algerierin zu einer der bekanntesten Sängerinnen der arabischen Welt werden zu lassen. Dabei waren ihre Voraussetzungen, Musikerin zu werden alles andere als rosig. Unterstützt von der Mutter musste das Gitarreüben und das Singen vor dem Vater verborgen bleiben, der als orthodoxer Muslim Musik im eigenen Haus verachtete. Als skandalös schließlich galt es zu Beginn des Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre, dass ein junges Mädchen als Frontfrau einer Metal-Band die Jugend rockte. „Für mich war das der blanke Horror“, erinnert sich Souad Massi an jene Tage, als um sieben Uhr Abends die Ausgangssperre einsetzte und Frauen in Studios ungebeten waren.  
 
Dass ihre Band Akator dabei überaus erfolgreich war, verschärfte ihre Lage im von Fundamentalisten beherrschten Land noch mehr. Kurz vor dem Aufgeben aller musikalischen Ambitionen brachte die Einladung zum Pariser Musikfestival „Femme d‘Algier“ 1999 eine völlig neue Perspektive für die heute 32-Jährige. „Der Erfolg war so überwältigend, dass ich auf der Bühne zu weinen anfing“, bekennt Massi, die fortan Frankreich als Basis ihrer musikalischen Karriere wählt und musikalisch ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Unverkennbar ist ihre Stimme, vielfältig sind ihre musikalischen Einflüsse, sie reichen vom andalusischen Flamenco bis zu den kapverdischen Mornas, von indischen Filmmusiken bis hin zum französischen Chanson und haben doch ihr Fundament in den Traditionen der nordafrikanischen Heimat der Künstlerin. Ihr neues, drittes Album nannte sie „Mesk Elil“, zu deutsch Geißblatt, das im Orient verbreitete, stark duftende Kraut, für Massi ein sinnbildliches Symbol für Erinnerung, Heimweh und die Sorge um ihr Land, die sie im Exil umtreiben. „Ich bin eine Musikerin, eine Träumerin, melancholisch und gleichzeitig optimistisch“, sagt Massi, die mittlerweile ebenso in Amerika wie in Europa und Australien gefeiert wird. Auf „Mesk Elil“ vereint sie wunderschöne, melodische Balladen und rhythmisch orientierte Stücke, die das Publikum sanft in Schwingung versetzen. Als Gegenstück zum aufreizenden und auf Provokation angelegten algerischen Rai-Pop klingt Massis Musik bitter-süß, ihre Texte erzählen erlebte Geschichten.