Archiv Ausgabe Dezember 2006 Verschiedenes Filme

Als das Meer verschwand

Create Folder /var/www/web1109/html/online/images/articles/2006-12/thumbs/
Warning: mkdir(): No such file or directory in /var/www/web1109/html/online/cms_base/data/cms_image.php on line 759
not exist /var/www/web1109/html/online/images/articles/2006-12/thumbs/_300_196_AlsdasMeerverschwand.jpg
Ein Mann, Mitte Dreißig, kehrt nach langer Zeit heim in das neuseeländische Dorf, in dem er aufgewachsen ist. Sein Vater wird beerdigt. Doch während des Trauergottesdiensts bleibt der bekannte Kriegsfotograf Paul Prior vor der Kirche stehen und kehrt um. Er richtet sich häuslich ein im Geräteschuppen, dem etwas eingestaubten Refugium seines Vaters. Hier hat es sich der alte Herr gemütlich gemacht, mit Büchern, Platten und Rotwein. Hier hat der Freigeist Ruhe gefunden vor seiner puritanischen Frau, die sich, wie man später erfährt, in einem Anfall von Depression ertränkt haben soll. Nur Paul, der ihn einmal dort aufgestöbert hat, hat das Geheimnis und die Hütte mit ihm geteilt. Noch jemand anders hat es sich in der Hütte seines Vaters (im Original heißt der Film „In My Father´s Den“) gemütlich gemacht. Celia, eine etwas pummelige Teenagerin, schreibt hier ihre Kurzgeschichten und träumt von einem anderen besseren Leben. Zunächst schickt er sie verärgert weg, doch dann fühlt er sich hingezogen zu der nachdenklichen 16-jährigen, die wie ihm erst später klar wird, die Tochter seiner ersten großen Liebe Jackie ist - und möglicherweise auch seine Tochter. Doch kurz darauf ist sie spurlos verschwunden, und natürlich fällt der erste Verdacht auf den eigenbrötlerischen Paul, dessen Umgang mit Celia bei den Dörflern argwöhnisch beäugt wurde. Aber da ist noch Pauls Neffe Jonathan, dem er seine Kamera geschenkt hat und der damit schon heimlich Aufnahmen von Celia gemacht hat. Da ist sein offenbar sexuell frustrierter Bruder Andrew und da ist auch noch Celias gewalttätiger Stiefvater. Regisseur und Drehbuchautor Brad McGann erzählt die Geschichte eines dunklen Familiengeheimnisses und seiner fatalen Nachwirkungen achronologisch und verschachtelt in atmosphärischen dichten Bildern, in denen auch die wechselnde Stimmung in der Natur eingefangen ist. Jede Szene und fast jede Dialogstelle ist mit Bedeutung aufgeladen und dennoch wirkt diese Inszenierung nie überladen, sondern zieht den Zuschauer mit sanfter Gewalt in den Film hinein und erzeugt eine Spannung, die über die bloße Krimispannung weit hinausgeht. Dieser Film aus dem fernen Land „down under“ ist eine echte Entdeckung. 
 
Kinostart: 30.11.