Archiv Ausgabe Mai 2008 Verschiedenes Meldungen

Thomas Meier-Castel

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Zeichnungen und Grafiken

Ausstellung des Monats 
 
Ihn inspirieren nächtliche Nebelbänke, Bremsspuren auf Autobahnen, am Hafen liegende Fischernetze und Taue. Thomas Meier-Castel hat seinen Blick geschärft für die Bildeindrücke der Wirklichkeit. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet der 1949 geborene Künstler in einer außergewöhnlichen Ausschließlichkeit als Radierer. Für die Sensibilität seiner Wahrnehmung sind die Metallplatten das adäquate Material: Nicht der leiseste Fingerabdruck geht auf ihnen verloren, der Abzug der eingefärbten Kupferplatte offenbart jeden noch so winzigen Kratzer. Bis zu vier mal drei Meter groß sind die faszinierenden Arbeiten, die rahmenlos und ohne Glasschutz gehängt ihren Oberflächencharakter vom samtenen Matt bis zum schillernden Glanz zeigen. Die Größe der (ohne Ätzverfahren entstehenden) Kaltnadelradierungen ist bedingt durch ihren Herstellungsprozess: Meier-Castel bearbeitet das Metall mit Werkzeugen wie Flex, Schlagbohrer und Parkettschleifmaschine. Er schleift die Platten mit Auto und Motorrad über den Boden. Nach dieser brachial anmutenden Spurensuche, etwa auf der verfallenden Industrieanlage der petrochemischen Leunawerke, erzeugt er durch Färbung und Druck auf dem Papier höchst nuancierte Strukturen von erstaunlicher Zartheit und Schwerelosigkeit. Vitale Linienverknotungen und Schichtungen schaffen eine unerwartete Raumtiefe, neben großer Dynamik der Bewegung überrascht immer wieder eine starke Leuchtkraft der weißen Linie. Wie in den Radierungen das Metall, nutzt Meier-Castel in seinen Zeichnungen pigmentiertes Wachs als bestimmendes Material. Übertragen auf das große Format erreicht er mit dieser alten Technik der Enkaustik Formen, die sich geheimnisvoll und wolkenartig verdichten. AFR  
 
> Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, bis 29.6., es liegt ein 130 Seiten umfassender Katalog vor. Am 20.5., 20 Uhr, gibt es eine Führung mit dem Künstler.