Archiv Ausgabe Juni 2011 Kunst, Ausstellungen Kunst

Lumiere Noire

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Ausstellung des Monats 
 
Der Blick über den Rhein hat für die Karlsruher Kunsthalle lange Tradition und trug in jüngster Vergangenheit in spektakulären Ausstellungen wie Delacroix, Chardin oder zur französischen Plastik reiche Früchte. Doch stets standen das 18. und 19. Jahrhundert oder auch die klassische Moderne als Blütezeiten im Mittelpunkt, Zeitgenossen Fehlanzeige. Tatsächlich tat man sich in der Kunstmetropole an der Seine lange Jahre schwer, neben den etablierten Schwergewichten Buren, Calle oder Boltanski international mit zeitgenössischer Kunst markante Akzente zu setzen. Verhungerte Paris im Schatten der Kunstachse New York - Berlin, allenfalls durch im französischen Exil lebende Künstler noch Aufmerksamkeit heischend. Von einer „,Malaise‘ der französischen Kunstlandschaft der 1990er Jahre“ spricht denn auch Kurator Alexander Elling, der nun eine Hochspannung versprechende Ausstellung zusammengestellt hat, die ein Dutzend Vertreter einer jungen Generation in den Mittelpunkt rückt, die mit faszinierenden Arbeiten ein vielfältiges Spektrum französischer Kunst offenbaren, das wieder über die Landesgrenzen hinaus Strahlkraft entwickeln vermag. Gemein ist der ebenso vielfaltigen wie subjektiven Auswahl die intensive Beschäftigung mit der „Farbe Schwarz“, auf deren Hintergrund sich Licht erst entfalten kann. Ebenso erscheint ein Trend der meist in den 1970er Jahren geborenen Künstler, sich über die Tradition selbst zu vergewissern, gleichzeitig aber radikal jetztzeitig zu operieren. Wie der in seiner „unzeitgemäßen“ Maltechnik an die Meister der Historienmalerei erinnernde Guillaume Bresson, dessen „Schlachtengemälde“ freilich von Schlägereien in Tiefgaragen und Hochhaussiedlungen der Pariser Banlieues handeln. Oder Vincent Ganivet, der den Aspekt der Grisaille, der Graumalerei, auf ungewöhnliche Weise aufnimmt, indem er in spektakulären Gewölbeskulpturen mit Hohlblocksteinen aus Beton eine Ästhetik der Baustoffe entwickelt. Eine Welt ganz in Schwarz hingegen zeigt Ismaïl Bahri, der bei einem Spaziergang durch Tunis die ihn umgebenden Eindrücke als Spiegelung in einem Becher schwarzer Tusche einfängt. In Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Videos ergibt „Lumière Noire“ das differenzierte Bild einer neuen Szene, die es unbedingt zu entdecken gilt.  
 
> 11.06. bis 25.09., Staatliche Kunsthalle, Orangerie, Karlsruhe, Hans-Thoma-Strasse 2-6, Di bis Fr 10-17 Uhr, Sa, So, Fei 10-18 Uhr